Drei! – Und doch keine Zeiger auf Zeit @ Haus Eichner Alter St. Marien–St.Nikolai Friedhof

DREI

Drei! – Und doch keine Zeiger auf Zeit

Variation eines Zitates von Hannah Höch in einer Collage, in der sie schreibt: „Immer mehr Zeit – und doch keine Zeiger auf Zeit“.

Eröffnung: Donnerstag 1. Oktober 2015, 18 Uhr

Sie untersuchen Zeit, sie häuten die Zeit, sie schlagen Zeit, sie zeichnen die Zeit, sie schichten die Zeit, sie überlappen Zeit, sie strukturieren Zeit, sie rhythmisieren Zeit, sie bewegen Zeit.
Sie, das sind Sandra Riche und Beate Spitzmüller und Manfred Gipper. Sie haben an verschiedenen Kunsthochschulen studiert und waren zu unterschiedlichen Zeiten als Stipendiaten in Basel. Sie verbindet außerdem ein langjähriges Künstler-Dasein in Berlin.

Sandra Riche arbeitet u.a. mit Fundstücken und Alltagsgegenstände. Ihre Objekte, Installationen oder Videos verunsichern den Betrachter, nicht zuletzt durch die Mehrdeutigkeit von Ausdruck und Material. Nichts ist wie es scheint, überall lauert Überraschung und (Ent-) Täuschung. Sie führt hinters Licht und erlaubt neue, ungewöhnliche Einblicke in eine Welt, die auf den ersten Blick so vertraut erscheint. In vielen ihrer Arbeiten zeigt Sandra Riche eine Vorliebe, Geschichten zu finden und zu erfinden.

Beate Spitzmüller arbeitet meist in Serien mit verschiedenen Medien. Dabei ist die Beschäftigung mit den Themen Zeit und das Vergehen von Zeit ein Bindeglied zwischen ihren Fotografien und ihren Zeichnungen. Denn sowohl das Landschaftsmotiv als auch die Bewegung der zeichnenden Hand vermögen „Zeit“ als Motor für Veränderung bildhaft zu machen. In ihren Installationen beschäftigt sie sich mit der menschlichen Erinnerung und dem ‚Gedächtnis‘ von Orten und fragt nach deren Einfluss auf unser Leben.

Manfred Gippers jüngste Arbeiten kreisen um das Thema Zeit und Vergänglichkeit. Der Maler der ‘gefühlten Zeit’ (Basler Zeitung) verwendet in seinen Bildern häufig Collageelemente von Architekturen, Maschinen und Uhren. Diese werden in seinen alchimistischen Kompositionen zu Metaphern für den historischen Wandel und zu Indikatoren eines stetigen Veränderungsprozesses.

Die Drei zeigen unterschiedliche Arbeiten mit verschiedenen Zeitfacetten. Der Spannungsbogen reicht von sachlichen und konzeptionellen über romantische bis hin zu dadaistisch anmutenden Arbeiten, die das Thema einkreisen. Diese unterschiedlichen Aspekte greifen ineinander und treten in einen Dialog zueinander, der bei Einzelschauen in dieser Form nicht möglich wäre. Eines aber verbindet alle Arbeiten: Die Lust am Experiment und am Schaffensprozess.

Verwalterhaus
Alter St. Marien–St.Nikolai Friedhof
Prenzlauer Allee / Ecke Torstr., Mollstr.
10405 Berlin

02. – 11. 10. 2015 | Do. – Sa. 14 – 18 Uhr

http://www.manfredgipper.de/ |  https://vimeo.com/60371719 | http://www.beate-spitzmueller.de/

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