Hildegard Ochse @ Kommunale Galerie Berlin

HildegardOchseStadtvegetation1979
Hildegard Ochse, aus der Serie „Stadtvegetation“, 1979

ZWISCHEN EIGENER SICHT UND AUTHENTISCHER REALITÄT

Das Lebenswerk der Berliner Autorenfotografin Hildegard Ochse

Ausstellung kuratiert von Tina Sauerländer
In Zusammenarbeit mit Benjamin Ochse

Eröffnung: 5. November 2015, 18 bis 21 Uhr

Hildegard Ochse interessierte sich nicht für das Schöne, sie mochte das Authentische. Berlin hasste und liebte sie, fand es schön und gleichzeitig hässlich, vor allem aber lebendig. „Wir haben viele Probleme, aber die werden nicht hinter einer schönen Fassade versteckt wie anderswo“, schrieb sie im Jahr 1985 über die Stadt, in der sie seit 1973 bis zu ihrem Tod im Jahr 1997 lebte. Ihre fotografischen Serien stellen ein Sinnbild für größere Zusammenhänge dar. Die Bilder von Menschen auf den Straßen Berlins sind eine symbolische Darstellung der Großstadt, die Isolation, Härte und Verzweiflung als einen Teilaspekt der Stadtkultur schildert. Hildegard Ochse nahm an Fotografie-Kursen an der von Michael Schmidt gegründeten „Werkstatt für Photographie“ in Berlin-Kreuzberg teil, u.a. an Workshops renommierter amerikanischer Fotografen wie Lewis Baltz, Ralph Gibson oder Larry Fink.

Die Ausstellung „Zwischen eigener Sicht und authentischer Realität“ beschäftigt sich mit der Entwicklung einer eigenen Bildsprache der Fotografin. Sie widmet sich den Serien, die unabhängig von kommerziellen Aufträgen entstanden sind, darunter die „Stadtvegetation“, „Gastland Bundesrepublik Deutschland“, „Aspetti di Berlino“ oder „Derental“. Die fotografischen Arbeiten von Hildegard Ochse reflektieren gesellschaftliche Strukturen und stellen Sinnbilder sozialer oder kultureller Zusammenhänge dar – in schwarz-weiß, ohne Verzerrungen und ohne ungewöhnliche Bildausschnitte. Hildegard Ochse ging es um die Darstellung von authentischer Realität und alltäglicher Lebens-wirklichkeit. Sie war sich bewusst, dass Fotografien nicht nur ein Abbild der Wirklichkeit sind, sondern „inhaltlich und ästhetisch relevante Arbeit“ leisten. Mit ihrer Haltung, Themenwahl und Bildsprache steht sie der „Autorenfotografie“ sehr nahe. Der renommierte Kunsthistoriker und Kurator Klaus Honnef prägte den Ausdruck in den 1970er Jahren. Über die Arbeiten von Hildegard Ochse schreibt er an die Kuratorin der Ausstellung, Tina Sauerländer: „Meine damaligen Überlegungen zur Autorenfotografie treffen auf das Werk der Fotografin Hildegard Ochse mehr zu als auf die Werke der Kunstfotografie, die sich meinen Begriff völlig zu eigen gemacht hat.“

Mittwoch 2. Dezember um 18 Uhr:
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Kuratorenführung mit Tina Sauerländer
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Sonntag 6. Dezember 2015 um 14 Uhr:
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Führung mit biografischem Schwerpunkt mit Benjamin Ochse

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Sonntag 17. Januar 2016 um 15 Uhr:
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Führung mit Benjamin Ochse und Tina Sauerländer

Die Ausstellung präsentiert erstmals eine umfangreiche Aufarbeitung des biografischen Werdegangs von Hildegard Ochse (1935-1997), die aus einem streng katholischen, gutbürgerlichen und intellektuellen Bildungshaushalt stammte. Zu ihren späteren Freunden zählten der Kunsthändler Kurt Hans Cassirer sowie dessen Frau und Kunstmäzenin Eva Solmitz. Hildegard Ochse reiste bereits als 16-jährige 1952 mit einem Stipendium für Hochbegabte in die USA und absolvierte dort 1953 ein Highschooljahr mit Abschluss in Rochester. Im Juni 1953 kehrte sie auf dem italienischen Passagierschiff „Andrea Doria“ nach Europa zurück. In dieser Zeit entstanden bemerkenswerte, frühe fotografische Aufnahmen.

Kommunale Galerie Berlin
Hohenzollerndamm 176
10713 Berlin

6. 11. 2015 – 24. 01. 2016

http://www.kommunalegalerie-berlin.de/ | http://www.hildegard-ochse.de/

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