Finissage: Zeit : Bruch = Augenblick @ Hochparterre Berlin

fracture_claudia_von_funckeFoto: Claudia von Funcke, FRACTURE OF TIME, 2015, Video- und Soundinstallation

Zeit : Bruch = Augenblick

Claudia von Funcke & Guillaume Guérin:

Fotografie und Video-Installation

Sonntag 8. November 2015, 16:30 Uhr (special event), danach Finissage 18 – 22 Uhr

Special event: 16:30 Uhr  „Penser la vitesse“– Paul Virilio,
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Documentaire de 90 min. 2008. Réalisateur : Stéphane Paoli
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Dokumentation (ARTE) über den Philosoph Paul Virilio in französisch
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„Unser Planet ist zu klein geworden für den Fortschritt“ – trotz dieser alarmierenden Feststellung leuchtet aus Paul Virilios Augen der Wissensdurst eines neugierigen Menschen. Der französische Philosoph und Medienkritiker gilt als einer der größten Denker der Gegenwart. Im Mittelpunkt seines Interesses steht die Diktatur der Geschwindigkeit, die Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und die Welt der Information beherrscht.
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Filmemacher Stéphane Paoli erläutert in seinem Dokumentarfilm die vieldiskutierte „Dromologie“ des französischen Philosophen Paul Virilio, nach der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft von der Diktatur der Geschwindigkeit beherrscht werden. Dabei kommen Experten wie Jeremy Rifkin, Muhammad Yunus und Hubert Védrine zu Wort, die Virilios kritische Theorien belegen oder ihnen widersprechen.

Die Rauminstallation The Fracture of Time vereinigt Fotografien von Claudia von Funcke und Videos von Guillaume Guérin, projiziert auf eine aufbrechende Wand, scheinbar festgefroren im Augenblick des totalen Zusammenbruchs. 
Standbilder und bewegte Bilder werden so in unterschiedlichen Geschwindigkeiten zerlegt und gleichzeitig demontiert.​​

Claudia von Funcke, Bildhauerin und Fotografin, analysiert und seziert urbane Orte und unspektakuläre Räume. Sie zeigt den Stadtraum als ein kontinuierliches Provisorium, als eine Überlagerung von Epochen, Lebensspuren und verschiedensten Wirklichkeiten in einem widerrufbaren Kontext. Die Wahl von Fragment und Ausschnitt in ihren Fotografien legen die konventionelle Wahrnehmung der Realität als eine Option von vielen offen. Sie zeigt Wirklichkeit als fragile Konstruktion, die einem rapiden, sich in der Moderne beschleunigenden Verschleiß und einer stetigen, immer rasanter werdenden Umdeutung unterworfen ist.

Guillaume Guérin verlässt sich nicht auf die Bilder, die er sieht und die Bedeutung, die ihnen zugeschrieben werden. Da sie für ihn ihre Objektivität verloren haben, konzentriert er sich auf ihre abstrakte Aussage und setzt auf das Antisymbol. Sowohl in der Fotografie als auch im Video versucht er unsere automatisierte Wahrnehmung zu zerlegen, unsere Konditionierung zu brechen und unsere Gewissheit zu erschüttern. Er lehnt Narration und Abbildung der Realität ab, da durch den „Kult des Augenblicks“, durch die beschleunigte Gliederung der Zeit in einzelne, immer winzigere Momente der Aufmerksamkeit, unsere visuellen Instinkte verloren gegangen sind.

Hochparterre-Berlin
„Studio Salon“
Prinzessinnenstraße 7 (Hinterhof)
10969 Berlin-Kreuzberg

Auch Samstag, 7. November 16 – 19 Uhr geöffnet!

U8 Moritzplatz

http://www.claudiavonfuncke.de/ | https://www.facebook.com/hochparterre.berlin

Ein Besuch am Nachmittag lohnt auch hier:

VolkmarKlieVolkmar Klien @ ohrenhoch der Geräuschladen, 14 – 21 Uhr [Info… ]

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