Romeo Echo Alpha Lima @ Kunstquartier Bethanien

Bethanien_Karte_REAL.indd

Romeo Echo Alpha Lima

Ein Projekt von Heike Kelter und Alex Tennigkeit

Damien Cadio | Heike Kelter | Michael Kunze | Ulrich Lamsfuß | Kathrin Landa | René Luckhardt | Antje Majewski | David Nicholson | Axel Pahlavi | Alex Tennigkeit | V&B (Alex Jacobs & Ellemieke Schoenmaker) | Katharina Ziemke

Eröffnung: Freitag, 13. November 2015, 19 Uhr

R. E. A. L. ist der Versuch, eine konkrete, d.h. produktive Arbeits-Hypothese zur derzeitigen Situation der gegenständlichen Malerei zur Disposition zu stellen.

Eine Hypothese ist wörtlich eine „Unterstellung“, die zu verifizieren ist, in diesem Fall also zu überprüfen, ob sie in der Praxis etwas taugt. Die Hypothese könnte nun wie folgt lauten: Wenn die Dynamik in der Gegenwartsmalerei sich als selbst neutralisierend herausstellt, dann folgt daraus für den figurativ-gegenständlichen Maler, dass er auf etwas Bestimmtes ganz konkret sein Augenmerk richten muss, nämlich das Potential des Dargestellten.

Wir haben daher eine Auswahl zeitgenössischer KünstlerkollegInnen eingeladen, deren Bildmotive – obgleich teilweise der heutigen medialisierten Welt entnommen –  als Vermittler dienen für dahinter liegende geistige Konzepte und Vorstellungen.

Unser Ansatz ist auch eine Reaktion auf den derzeitigen „überkomplexen Materialismus“, der unserer Meinung nach zu einer Vernachlässigung der Inhalte geführt hat. In der gegenwärtigen Malerei ist es die stilistische und technische Entgrenzung, sowie die Überwindung der nachahmenden Abbildung, die längst zur „akademischen Norm“ geworden sind.

Romeo Echo Alpha Lima nutzt nun diese Abgrenzung, um etwas anderes umso deutlicher in den Fokus zu rücken, das – trotz aller Bedenken und Einwände – ein uraltes Potenzial birgt: den Bildinhalt, seine Bedeutungsebenen und -verknüpfungen, das Motiv und seine Stellvertreterfunktion. Ein ungeheurer Spielraum.

So gesehen steht die künstlerische Aneignung dessen, was wir als die äußere Welt bezeichnen, und deren Verknüpfung mit einer inneren Wirklichkeit im Zentrum – wohl wissend, dass eine scharfe Abgrenzung fragwürdig ist. Dabei wird die Außenwelt nicht auf illustrative Weise aufgegriffen, sondern durch die Malerei in eine subjektive Matrix aufgenommen, welche zulässt, dass die Motive als Stellvertreter fungieren können für dahinter liegende geistige Konzepte, Ideen, Anschauungen.1 Das Werk kann aber auch zum Beleg einer idiosynkratischen Beziehung oder Entfremdung zwischen Künstler und Welt werden, wobei das Fremde – innerhalb der malenden Betrachtung – erst vermittels des Bildes in Erscheinung treten kann.

1 Die Parallele zur mittelalterlichen Alchemie liegt nahe. Die subjektive Auffassung haucht den gemalten Gegenständen neues Leben ein. Farb- und Gedankenexperimente finden anhand aus der Realität aufgegriffener Motive statt. Diese Motive repräsentieren jedoch nicht (nur) sich selbst, sondern werden in ihrer Stellvertreterfunktion begriffen. Das geistige Potential des Dargestellten wird zum eigentlichen Bildinhalt.

Kunstquartier Bethanien
Mariannenplatz 2
10997 Berlin

13. – 15. 11. 2015 |  Sa. 14. 11. 2015, 12 – 19 Uhr + So. 15. 11. 2015, 12 – 17 Uhr

http://www.kunstquartier-bethanien.de/

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.