Anne Gathmann | Antonia Low | Matias Bechtold @ studio im HOCHHAUS

StudioImHochhaus

Anne Gathmann | Antonia Low | Matias Bechtold

Eröffnung: Dienstag 12. Januar 2016, 19 Uhr

Als Auftakt für die neue Bespielung der kommunalen Galerie studio im HOCHHAUS durch den Kurator Uwe Jonas wurden Anne Gathmann und Antonia Low eingeladen, sich mit den Räumlichkeiten auseinanderzusetzen.

Matias Bechtold wird parallel den Raum der Architektur mit seinem utopischen Stadtmodell, aufbauend auf einem Teil des Modells von Neu-Hohenschönhausen aus dem Jahr 1986, bespielen und so auch die Schnittpunkte von Kunst, Architektur und Modellbau thematisieren, die im Laufe der weiteren Ausstellungen eine wichtige Rolle spielen werden. (Text: Galerie)

Ich möchte, daß es dauerhafte, unbewegliche, unantastbare, unberührte und fast unberührbare, unwandelbare, verwurzelte Orte gibt; Orte, die Empfehlungen wären, Ausgangspunkte, Quellen:
Meine Heimat, die Wiege meiner Familie, das Haus, in dem ich geboren worden wäre, der Baum, den ich hätte wachsen sehen, (den mein Vater am Tag meiner Geburt gepflanzt hätte), der Speicher meiner Kindheit, gefüllt mit intakten Erinnerungen …
Solche Orte gibt es nicht, und weil es sie nicht gibt, wird der Raum zur Frage, hört auf, eine Gewißheit zu sein, hört auf eingegliedert zu sein, hört auf, angeeignet zu sein. Der Raum ist ein Zweifel: ich muß ihn unaufhörlich abstecken, ihn bezeichnen; er gehört niemals mir, er wird mir nie gegeben, ich muß ihn erobern.
Meine Räume sind vergänglich: die Zeit wird sie abnutzen, wird sie zerstören: nichts wird mehr dem gleichen, was einmal war, meine Erinnerungen werden mich im Stich lassen, das Vergessen wird in mein Gedächtnis einsickern, ich werde einige vergilbte Fotos mit geknickten Rändern betrachten, ohne sie wiederzuerkennen. (…)
Der Raum schmilzt dahin, wie der Sand zwischen den Fingern zerrinnt. Die Zeit schwemmt ihn fort und läßt mir nur gestaltlose Fetzen zurück:
Schreiben: peinlich genau versuchen, etwas überleben zu lassen: der Leere, die sich höhlt, einige deutliche Fetzen entreißen, irgendwo eine Furche, eine Spur, ein Merkmal oder ein paar Zeichen hinterlassen.
(Georges Perec: Träume von Räumen, diaphanes, Zürich-Berlin 2014, 2. Auflage, S.155-156)

studio im HOCHHAUS
Zingster Straße 25
13051 Berlin

https://www.berlin.de/ba-lichtenberg/

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