B wie Begehren | ‘Mes désirs sont la réalité’ | Ein Vortrag von Jule Jakob Govrin @ SPRECHSAAL

DasABC

Freitag 12. Februar 2016, 19:30 Uhr: T wie Tragödie | Frank Raddatz, Vortrag
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Der Tragödie ist die Krise genetisch eingeschrieben und zwar als Krise der Gewalt. Die Tragödie entstammt dem Kult und dessen Opferstrukturen. Menschen – und/oder Tieropfer bilden die basale Schicht jener Bocksgesänge, die als Theater beginnen, den symbolischen Raum zu konstituieren. Im 20. Jahrhundert wird Heiner Müller im Kontext des Projekts Geschichte ein Ende der Gewalt mit der Grammatik des Theaters deklinieren. Schon in den 1970er Jahren zeichnet sich ab, dass eher die Geschichte kollabieren wird als die Gewalt. Terror ist der Name der Gewalt, die nach der Geschichte allgegenwärtig sein wird und die Gesellschaft in einen permanenten Krisenmodus versetzt. Ihr Charakteristikum ist, wie Müller zeigte und Jacques Rancière aktuell philosophisch auf den Punkt bringt, die Ununterscheidbarkeit politischer und pathologischer Motive. Zwischen den Polen Tragik und Terror sucht das Theater der Gegenwart nach unbegangenen Wegen. 
Frank Raddatz ist Publizist, Dramaturg und Regisseur. Zusammenarbeiten u.A. mit Heiner Müller, Dimiter Gottscheff, Einar Schleef und Tadashi Suzuki. Neben zahlreichen Buchpublikationen, veröffentlicht er regelmäßig in der Lettre International, Theater der Zeit und verschiedenen anderen Medien.
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Samstag 13. Februar 2016, 19 Uhr: C wie counte/r/revolution | Christoph Möllers – RP – Jeopardy
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RP – Jeopardy (Rechtsphilosophie) heißt: Wir bieten Fragen und Antworten, die die großen Zusammenhänge auflösen und neue Entstehen lassen. Es wird absurd und öffentlich chaotisch.
Christoph Möllers, geb. 1969, studierte Rechtswissenschaf­ten, Philosophie und Komparatistik in Tübingen, Madrid und München.Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit April 2012 ist er Permanent Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin.

B wie Begehren | ‘Mes désirs sont la réalité’

Ein Vortrag von Jule Jakob Govrin

Mittwoch 10. Januar 2016, 19:30 Uhr

‘Mes désirs sont la réalité’ stand 1968 an der Wand der Sorbonne. Seitdem wird alle Jahre wieder die Krise des Begehrens ausgerufen. Doch welches Begehren soll in diesem präapokalyptischen Aufruf krisenhaft kapitulieren? Wenn man Begehren nicht in Subjekt/Objekt-Relationen einsperrt, sondern als sozialmobilisierende Kraft begreift, eröffnen sich Ausblicke auf affektive Dimensionen des Politischen und auf Fantasie als Fabrikation sozialer Wirklichkeiten. Welche politischen Fiktionen werden in neoliberalen Krisenzeiten angetrieben und erwünscht? Und welche begehrenstheoretischen Denktraditionen laufen an aktuellen Schnittstellen des Poltischen ineinander?

Jule Jakob Govrin lebt und arbeitet als Philosophin in Berlin. Ihre* Forschungsfelder sind Begehrenstheorien, politische Philosophie, poststrukturalistische Sprach- und Machttheorien, Psychoanalyse, Philosophie der Ökonomie, Körpertheorien, Queer Theory, Affektstudien. Nach dem Studium der Philosophie, der Komparatistik und der Französischen Philologie an der FU Berlin und Paris VIII arbeitet sie* gegenwärtig an dem Promotionsprojekt Aufbegehren und Begierden. Über das leidenschaftliche Verhältnis von Begehren und Ökonomie. Sie ist Mitarbeiterin* beim Institut für Queer Theory. (Alle Texte und * von KW)

SPRECHSAAL
Marienstr. 26
10117 Berlin

15. 01. – 11. 03. 2016 | Mi. – Sa. | 14 – 22 Uhr

http://www.sprechsaal.de/https://krisenalphabet.wordpress.com/

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