Matthew Burbidge @ Sporklübü

Burbridge@SporKlübü
Foto: Matthew Burbidge, Gesture 1, „Che“ (detail) 2016, mixed media, dimensions variable

„Museum of Modern Art, Department of Gestures“
Matthew Burbidge

Eröffnung: Freitag, 26. Februar 2016, 19 Uhr

Matthew Burbidge, geboren 1970, hat in Manchester und London studiert und arbeitet multimedial. Philosophische sowie kunsthistorische Betrachtungen, Annäherungen an Personen der Kunstgeschichte und gesellschaftlche Phänomene nutzt er intensiv, um Objekte, Skulpturen, Installationen und „Nicht-Bilder“ zu fertigen. Die dabei enstehende subjektive Gedanken- bzw. Sinnebene, die die Ursprungsebene künstlerisch fortschreibt, dient ihm widerum zur sach- und fachlichen Erklärung seiner Arbeiten. Es nimmt anarchische Züge an, wenn er im finalen Arbeitsschritt die Ästhetik der Theorie überstellt, währenddessen er seine Arbeiten genau an jenem theoretischen Gerüst präzise aufbaut. Letztendlich könnte man ihn als einen Vertreter der Konzeptkunst bezeichnen. Wer dies tut, wäre allerdings auf sein intelligentes Spiel zwischen theoretischem Ansatz und ästhetischer Praxis hereingefallen. Er lässt sich nicht einfach einordnen. Trotz der zahlreichen Zitate verliert er nie die Bodenhaftung, denn das ist sein eigentliches Ziel. In Bezug zur Gegenwartspunkt und  dem Kunstmarkt ist seine Grundhaltung prinzipiell ablehnend. Eine Überhöhung des Künstler-Genies verachtet er. Er liebt den „Punk der Gedanken“.

In der aktuellen Ausstellung „Museum of Modern Art, Department of Gestures“ zitiert Matthew Burbidge schon im Titel die Ausstellung „Museé d’Art Moderne, Département des Aigle“ von Marcel Broodthaers von 1971. Broodthaers’ berühmte Installation versteht Burbidge als Zusammenstellung emblematischer Gesten vor dem eigentlichen Anlass der Erschaffung einer Installation. Das Symbol des Adlers diente Broodthaers als Emblem der Macht – auch der Macht der Institutionen – und wurde von ihm durch die scheinbar belanglose Abbild-Sammlung konterkariert. Noch einen weiteren großen Künstler der Kunstgeschichte zieht Burbidge heran: Marcel Duchamp. Er setzt ihn in Beziehung zu Broodthaers. Duchamp’s Readymades und Broodthaers‘ Installation waren „absolut nötig“ (Zitat M. Bubidge), denn sie dienten dem Widerstand gegen die Machtverhältnisse. Für Burbidge selbst stehen jetzt „Che“, ein Fuchs, folkloristische Figuren und menschliche Körperteile „emblematisch“ in der Ausstellung nebeneinander – als „Museum der Gesten“.

Gemeinsam mit seiner Frau Sonja Bubidge hatte Matthew Burbidge zwischen 2010 und 2012 den Projektraum Essays And Observations im Berliner Wedding betrieben und dort zahlreiche thematische Ausstellungen mit internationalen KünstlerInnen kuratiert.

Spor Klübü
Freienwalder Str. 31
13359 Berlin

27. 02. – 05. 03. 2016 | Sa. 27.02 und So. 28.02., 14 – 17 Uhr
sowie 29. 02. – 05. 03. 2016 nach telefonischer Vereinbarung

U8 Pankstr. |  S Bornholmer Str.

http://www.koloniewedding.de/sporkluebue/   |   [Stadtplanlink ]
http://matthewburbidge.com | http://www.essaysandobservations.com

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