Yasujiro Ozu: Später Frühling @ Kino Arsenal

BanshunSpäterFrühling
(Filmstill)

Später Frühling

Yasujiro Ozu, Japan 1949. Mit Setsuko Hara, Chishu Ryu. 35 mm OmU 108 min
Einführung: Ulrich Gregor

Dienstag 2. August 2016, 20 Uhr (Wdh. Do. 11. 08.)

BANSHUN (Später Frühling) Die herausragende erste von sechs Zusammenarbeiten zwischen Ozu und Hara und Auftakt zur sog. Noriko-Trilogie. Hara spielt hier die unverheiratete Tochter Noriko, die mit 27 Jahren noch bei ihrem verwitweten Vater (Chishu Ryu) lebt. Aus Sorge über die Zukunft seiner Tochter ermutigt er sie zu heiraten. Sie lehnt entschieden ab und möchte am vater-töchterlichen Zusammenleben und ihrer innigen Verbundenheit festhalten. Erst mit einem Trick gelingt es dem Vater, seine Tochter zur Heirat zu bewegen. Ozus sensible und anrührende Alltags- und Menschenstudie ist durchdrungen vom Bewusstsein der unvermeidlichen Flüchtigkeit des Lebens – dem klassischen japanischen Stimmungsbild und ästhetischen Leitbegriff „mono no aware“, das sich in Ryus, aber vor allem auch in Haras Mimik und Lächeln im Verlauf des Films immer nachhaltiger einschreibt. Ein virtuoses Melodram der Reduktion. (Text: Kino Arsenal)

Das Kino Arsenal zeigt im August in der Reihe „Modulationen des Lächelns – Hommage auf Setsuko Hara“ japanische Filme der dreißiger bis sechziger Jahre der Regisseure Mikio Naruse, Keisuke Kinoshita, Akira Kurosawa, Kozaburo Yoshimura und Sejiru Ozu. Während Arsenal die Schauspielerin Setsuko Hara in den Fokus stellt (Info hier… ), beschränkt sich dieser Blog auf Haras Zusammenarbeit mit dem Regisseur Ozu, ein im Westen von zahlreichen Filmemachern geschätzter Regisseur. Hier seien nur einige seiner typischen Stilmerkmale erwähnt: die Kameraeinstellung, die der Perspektive eines in traditioneller japanischer Haltung sitzenden Meschen entspricht („tatami shot“), die statische Kameraführung, die Vermeidung traditionellen filmische Erzählens (durch lange Einstellungen, übergangslose Schnittwechsel, Aussparungen etc.). In seiner Beobachtung japanischer Familien fühlt man sich unmittelbar in die Unterhaltung einbezogen und kann gleichzeitig die Perpektiven traditioneller japanischer Wohnhäuser entdecken.

Arsenal – Kino 1
Potsdamer Straße 2
10785 Berlin

http://www.arsenal-berlin.de/

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