Yasujiro Ozu: Der Herbst der Familie Kohayagawa @ Kino Arsenal

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(Filmstill)

Der Herbst der Familie Kohayagawa

Yasujiro Ozu, Japan 1961. 35mm, OmE 103 min

Montag 29. August 2016, 20 Uhr (Wdh. Mi. 31. 08.)

KOHAYAGAWA KE NO AKI (Early Autumn) „New Japan“ – das grelle Neonschild im Reklamedschungel eines Vergnügungsviertels zu Beginn des Films ist durchaus programmatisch zu verstehen. Die Moderne ist längst in Japan angekommen, Traditionen dienen bestenfalls dazu, die Fassade zu stützen. Ozus und Haras letzte Zusammenarbeit – zwei Jahre später stirbt Ozu, und Hara gibt völlig unerwartet und kategorisch ihren Beruf als Schauspielerin auf – beginnt als verzweigtes, um komödiantische Elemente angereichertes Fresko einer Großfamilie. Die schlecht gehende Sake-Brennerei der Familie soll gerettet werden, ein zweiter Frühling wird genossen, Lebensentwürfe werden diskutiert. Mit dem Tod des Familienoberhaupts geht leise und wehmütig eine Ära zu Ende. Und eine nächste beginnt: Für Akiko (Hara), die verwitwete Tochter des Verstorbenen, öffnet sich eine Welt der Freiheit und Selbstbestimmung – „New Japan“!  (Text: Kino Arsenal)

Das Kino Arsenal zeigt im August in der Reihe „Modulationen des Lächelns – Hommage auf Setsuko Hara“ japanische Filme der dreißiger bis sechziger Jahre der Regisseure Mikio Naruse, Keisuke Kinoshita, Akira Kurosawa, Kozaburo Yoshimura und Sejiru Ozu. Während Arsenal die Schauspielerin Setsuko Hara in den Fokus stellt (Info hier… ), beschränkt sich dieser Blog auf Haras Zusammenarbeit mit dem Regisseur Ozu, ein im Westen von zahlreichen Filmemachern geschätzter Regisseur. Hier seien nur einige seiner typischen Stilmerkmale erwähnt: die Kamera-einstellung, die der Perspektive eines in traditioneller japanischer Haltung sitzenden Meschen entspricht („tatami shot“), die statische Kameraführung, die Vermeidung traditionellen filmische Erzählens (durch lange Einstellungen, übergangslose Schnittwechsel, Aussparungen etc.). In seiner Beobachtung japanischer Familien fühlt man sich unmittelbar in die Unterhaltung einbezogen und kann gleichzeitig die Perpektiven traditioneller japanischer Wohnhäuser entdecken.

Arsenal – Kino 1
Potsdamer Straße 2
10785 Berlin

http://www.arsenal-berlin.de/

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