Ina Wudtke | Erik Göngrich @ after the butcher

PlötzlichDiese

Plötzlich diese Teilhabe

Ina Wudtke | Erik Göngrich

Eröffnung: Freitag 2. September 2016, ab 19 Uhr

Sonntag 2. Oktober 2016, 14 Uhr: Erster Lichtenberg-Spaziergang
mit Publikation von Erik Göngrich (Dauer 1,5 St.). Treffpunkt: after the butcher
Samstag 8. Oktober 2016, 19 Uhr:
Wohnen Stadt Markt, Filme und Gespräch mit Florian Wüst
Sonntag 9. Oktober 2016, 14 Uhr: Zweiter Lichtenberg-Spaziergang
mit Publikation von Erik Göngrich (Dauer 2,5 St.). Treffpunkt:
S-Bahn Storkower Str. (Ausgang: Hermann-Blankenstein Str.)

Ina Wudtke und Erik Göngrich entwickeln erstmals eine gemeinsame Ausstellung über reale und mögliche Orte gesellschaftlicher Teilhabe in Berlin.
Mit Plötzlich diese Teilhabe präsentiert Erik Göngrich eine Raumbefragung bei der Formen der Beteiligung an Stadt thematisiert werden. Dies geschieht mit Fotografien, Siebdrucken, Skulpturen und Zeichnungen: REAL EYES REALIES REAL LIES erinnert an die Scheinheiligkeit partizipativer Prozesse, die oft nur Bürgerwünsche abfragen – Partizipation als therapeutische Teilnahme statt wirklicher Teilhabe. Change Statistik’s ist eine Aufforderung, die räumlichen und inhaltlichen Möglichkeiten des Haus der Statistik am Alexanderplatz als kulturellen Austausch-, Arbeits- und Wohnort zu nutzen. Lichtenberger Spaziergänge – mit einer eigens dafür hergestellten Publikation – diskutieren die spezifischen Errungenschaften moderner Nachkriegsarchitektur und Freiraumgestaltung und deren heutiger Wandel: Wie wird sich Lichtenberg in den nächsten Jahrzehnten entwickeln? Wo wird man wohnen, wo arbeiten? Wie lassen sich Gewerbegebiete mit Wohngebieten kombinieren? Was möchte man erhalten, was
verändern? Wie lässt sich diese Entwicklung durch künstlerische Aktionen kommentieren und beeinflussen? Wie möchte man an dem Prozess teilhaben?
Gemeinschaftliche städtische Räume, Strukturen oder Ressourcen werden von zeitgenössischen marxistischen Denkern wie z.B. David Harvey auch als Commons bezeichnet, die von Konzernen in einer zeitgenössischen Form der Akkumulation vielerorts enteignet werden.Vorallem Ostberlin hat durch die Privatisierung der ehemals kommunalen Wohnungen, die wohl größte Akkumulation durch Enteignung in den 90er Jahren der Geschichte Europas erlebt.
Ina Wudtke hat sich in ihrer künstlerischen Arbeit der letzten zehn Jahre sehr stark damit auseinandergesetzt, was diese Privatisierungen für die MieterInnen von Berlin bedeuten. InTextilarbeiten, Texten und Videos macht sie eine Verbindung zur historischen Kolonisation, dem Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses und der Wohnungsnot von einkommensschwachen MieterInnen zu denen sich momentan auch mehrere tausend Flüchtlinge zählen. Wudtke lud darüberhinaus Filmkurator Florian Wüst ein,  einen Filmabend über diesen Themenkomplex zur Finissage der Ausstellung zu präsentieren.

after the butcher
Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst und soziale Fragen 
Spittastr. 25
10317 Berlin
03. 09. – 08. 10. 2016 | geöffnet nach Vereinbarung

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