Helmut Menzel | Anette Rose | Petra Trenkel @ after the butcher

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werken, wirken, warten

Helmut Menzel | Anette Rose | Petra Trenkel

Eröffnung: Freitag 17. Februar 2017 ab 18 Uhr

Helmut Menzel balanciert zwischen Kunst und Handwerk, genauer gesagt Skulptur und Keramik. Er stellt Gefäße her, dickwandige, opulente Gefäße, manchmal sogar gebrauchs-tüchtig. Ab und zu jedoch verpasst er einer wunderschönen Vase ein Loch im Boden oder gießt sie in Beton ein, die Vase somit ihrer Funktion als Aufbewahrungsort für etwas anderes (was auch immer es sein mag) beraubend. Zurück bleibt eine verwirrende Oberfläche aus haptischen und optischen Strukturen und die Frage, was das Gefäß trotzdem fassen kann. Es entstehen Objekte, die in ihrer überbordenden Dekoration und gleichzeitigen Gebrauchs-freiheit an elfenbeinerne Wunderkammerobjekte erinnern, ihre Inspiration jedoch aus den Niederungen der Verpackung ziehen: Klebebandrollen, Gummilitze und Schokoladenpapier.
Anette Roses Videoinstallation Captured Motion ist Teil ihres Langzeitprojektes Enzyklopädie der Handhabungen. Seit 2006 filmt sie Arbeitsprozesse und beschäftigt sich mit dem impliziten Wissen, das in Handgriffen, aber auch in Maschinen verkörpert ist. Zugleich beobachtet sie Automatisierungsprozesse, die heutige Arbeitswelten maßgeblich prägen. Zu sehen sind ihre Aufzeichnungen einer Multiaxialkettenwirkmaschine und in der Forschung verwendeter High-Speed-Aufnahmen, welche die Abläufe der Textilmaschinen sichtbar machen, die mit dem Auge nicht mehr wahrnehmbar sind. Somit lenkt sie den Blick auf hochtechnologisierte Methoden, die zur Optimierung der Produktion eingesetzt werden.
Petra Trenkels Bilder und Zeichnungen beschäftigen sich mit Wahrnehmung und Darstellung von alltäglicher, meist städtischer Umgebung. Durch das wiederholte Sehen entwickelt sich ein visuelles Verstehen, das sie im Malprozess zu einer Stimmung verdichtet, die, neben aller Nüchternheit des Dargestellten, eine eigene Ästhetik dieser Areale freilegt. Ihre Bildreihe Redlin I –V basiert auf Besuchen und Wanderungen in Mecklenburg. Die einzelnen Arbeiten zeigen Landschaften, amorphe Formfindungen eingebettet zwischen Wald- und Feldwegen. Ergänzt wird die Reihe mit Bleistiftzeichnungen, die auf einer Aussichtsplattform im Jardin des Plantes in Paris entstanden sind.

 

after the butcher
Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst und soziale Fragen 
Spittastr. 25
10317 Berlin
18. 02. – 18. 03. 2016 | geöffnet nur nach Vereinbarung
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